Fritz Bauer Institut

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Neu erschienen
Der Mann fürs Bunte

Franz Burda und sein Medienunternehmen

Das neue Medium wurde seine Chance: Franz Burda (1903–1986), Sohn eines kleinen Druckereibesitzers im beschaulichen Offenburg, war früh zur Stelle, als sich Mitte der Zwanziger Jahre der Siegeszug des Rundfunks abzuzeichnen begann. Ausgehend von der Radio-Programmzeitschrift…

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Neu erschienen
Auschwitz vor polnischen Gerichten.

Ermittlungen, Urteile, Wirkungen

Von Andrea Rudorff

Die erste umfassende Monografie über die polnischen Strafverfahren gegen Angehörige der Lagerbesatzung von Auschwitz-Birkenau.

Nach dem Krieg wurden in Polen über 700 Personen wegen ihrer Tätigkeit im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz vor Gericht gestellt. Neben…

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Veranstaltungen

Mi. 04
November 2026
18:15

Die Deutsche Reichsbank und die NS-Massenverbrechen in Ostmittel- und Osteuropa 1939–1945

Vortrag von Dr. Ingo Loose

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Im besetzten Ostmitteleuropa, in Polen ebenso wie in der Sowjetunion, war die Reichsbank verantwortlich für die währungspolitische Beherrschung und Ausbeutung. Die NS-Währungspolitik führte zu einer ruinösen Verarmung der Bevölkerung und kam einem Plündern der gesamten Volkswirtschaft gleich. Eine inflationäre Notenemission diente dabei vor allem der Finanzierung von Wehrmacht, Polizei und SS. Darüber hinaus hatte die Währungspolitik auch erhebliche Auswirkungen auf die nationalsozialistische Judenverfolgung und den Holocaust. Ob Finanzierung der Ghettos, Einsatz von Zwangsarbeitern, »Verwertung« des Eigentums der Bevölkerung: Vieles lief über Konten der Reichsbank, deren Beamte über alle Aspekte der Verbrechen bestens informiert waren.

Dr. Ingo Loose 

ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam.  Im Herbst 2026 erschien im Wallstein Verlag sein Buch Die Reichsbank im nationalsozialistischen Eroberungskrieg. Ausbeutung, Kriegsfinanzierung und Raub im besetzten Polen 1939–1945.

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Fritz Bauer Institut
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 798 322-40
info(at)fritz-bauer-institut.de


Mi. 11
November 2026
18:15

Auschwitz vor polnischen Gerichten.

Ermittlungen, Urteile, Wirkungen

Vortrag von Dr. Andrea Rudorff

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 1.811

Nach dem Krieg wurden in Polen über 700 Personen wegen ihrer Tätigkeit in Auschwitz vor Gericht gestellt. Der Vortrag nimmt die Prozesse sowie ihre Vor- und Nachgeschichten in den Blick und bettet die polnische Strafverfolgung in den internationalen Umgang mit Kriegsverbrechern nach 1945 ein. Er behandelt die Bedingungen der Auslieferungen aus den Besatzungszonen sowie die schwierige Beweis- und Zeugensuche in der angespannten Situation im Nachkriegspolen. Ein spezielles Augenmerk gilt der Reaktion der deutschen Gesellschaft auf die polnische Strafverfolgung.

Dr. Andrea Rudorff 

war zwischen 2018 und 2026 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut. 2021 veröffentlichte sie ihre Monografie Katzbach – das KZ in der Stadt. Zwangsarbeit in den Adlerwerken Frankfurt am Main 1944/45, im Herbst 2026 dann ihre Studie Auschwitz vor polnischen Gerichten: Ermittlungen, Urteile, Wirkungen, beide Bücher sind im Wallstein Verlag erschienen.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Dorothee Freudenberg-Fonds

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Mi. 18
November 2026
18:15

Bürgersinn und Nationalsozialismus.

Die Polytechnische Gesellschaft und ihre Mitglieder 1929–1966

Vortrag von János Varga M.A.

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
IG Farben-Haus, Raum 311

Seit 1816 fördert die Polytechnische Gesellschaft Bildung, Wissenschaft und Kultur in Frankfurt am Main. Was geschah mit dieser altehrwürdigen, ursprünglich liberal und demokratisch geprägten Institution und ihren Mitgliedern während der nationalsozialistischen Diktatur? Was bedeuteten Bürgersinn und Wohltätigkeit im Kontext der »Volksgemeinschaft«? János Varga untersucht systematisch die Lebenswege jüdischer und nichtjüdischer Polytechniker und bietet damit Einblicke in das Verhältnis von Teilen des wirtschaftlich und intellektuell einflussreichen Frankfurter Bürgertums zum NS-Regime.

János Varga M.A.

studierte Journalismus sowie Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts in Magdeburg und Jena. Seine 2025 eingereichte Dissertation befasst sich mit der Geschichte der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland. Er arbeitet seit 2019 als freier Mitarbeiter an der Gedenkstätte Buchenwald und war 2025/26 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Sein Buch Bürgersinn und Nationalsozialismus. Die Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt am Main und ihre Mitglieder 1929–1966 erschien im Herbst 2026 im Wallstein Verlag.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit der Polytechnischen Gesellschaft Frankfurt am Main
 

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Sa. 21
November 2026
15:00

Norbert Wollheim Memorial und IG Farben-Haus

Öffentliche Führung

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz
Treffpunkt am Wollheim-Pavillon

Treffpunkt ist vor dem Wollheim-Pavillon am Fritz-Neumark-Weg, unterhalb des IG Farben-Hauses, von der Fürstenberger Straße kommend auf der linken Seite des Campus-Geländes.
Die kostenlose Führung findet jeden 3. Samstag im Monat statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Das am 2. November 2008 feierlich eröffnete Norbert Wollheim Memorial ist ein Ort des Gedenkens und der Information über die Zwangsarbeiter der IG Farben im Konzentrationslager Buna-Monowitz (Auschwitz III). Das Memorial befindet sich auf der Grünfläche vor dem IG Farben-Haus – der ehemaligen Konzernzentrale der I.G. Farben Industrie AG – auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Die Führung greift die Konzeption des Memorials auf, welche die Ereignisgeschichte in den drei zeitlichen Ebenen Vorkriegszeit, NS-Geschichte und Nachkriegszeit mit den lebensgeschichtlichen Erzählungen der Überlebenden verbindet. Das Memorial wird im Zusammenhang mit dem IG Farben-Haus als künstlerische Installation präsentiert.

Website mit umfangreichem Informationsmaterial zum Konzentrationslager Buna-Monowitz:
www.wollheim-memorial.de
Interviews mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buna-Monowitz:
24 Videointerviews

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Mo. 23
November 2026
18:15

Das Verbot des Vereins Al-Aqsa e.V.

Das Bundesinnenministerium und die Auseinandersetzung mit Islamismus und Antisemitismus 2002–2005

Vortrag von Prof. em. Dr. Jeffrey C. Herf

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Nach den Enthüllungen über die Rolle der Hamburger Terrorzelle bei den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde vom Deutschen Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das ein Verbot von Organisationen ermöglichte, die Terrorakte mit religiösen Argumenten rechtfertigten und damit gegen Artikel 9 Absatz 2 des Grundgesetzes verstießen. Im Juli 2002 wurde der Verein Al-Aqsa e.V. verboten mit der Begründung, er unterstütze »unter dem Deckmantel humanitärer Vereinsziele« Gewalt und Terror im Nahen Osten. Auf der Basis kürzlich freigegebener Akten werden im Vortrag die Bemühungen des Bundesinnenministeriums thematisiert, das verfassungsrechtliche Argument mit der Politik einer »geistig-politischen Auseinandersetzung mit dem Islamismus« zu verbinden.

Prof. em. Dr. Jeffrey C. Herf 

ist Distinguished University Professor des Department of History der Universität von Maryland. In seinen Publikationen setzt er sich mit der Erinnerungspolitik in beiden deutschen Staaten und der Geschichte des Antisemitismus auseinander. 2024 erschien von ihm auf Deutsch Drei Gesichter des Antisemitismus: rechts, links und islamistisch im Verlag Hentrich & Hentrich.

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Mi. 25
November 2026
18:15

Jenseits der Staatsräson.

Erinnerung, Antisemitismus und Nahostkonflikt in Deutschland

Vortrag von Prof. Dr. Jacob Eder

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1
Casino-Gebäude, Raum 823

Seit Jahren nehmen antisemitische Einstellungen in Deutschland zu, während zugleich das Wissen über die NS-Zeit abnimmt. Die Terrorattacken der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel und der Krieg in Gaza wiederum haben Polarisierung, vor allem aber auch Sprachlosigkeit erzeugt. Der Vortrag fokussiert auf die Erinnerungskultur in Deutschland, die in festen Ritualen verläuft und die demografische und kulturelle Veränderung der Gesellschaft kaum im Blick hat. Es geht um die Frage, wie sich Erinnerungspolitik verändern muss, um der historischen Verantwortung auch in Zukunft gerecht zu werden.

Prof. Dr. Jacob Eder 

ist Historiker an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Er wurde mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit über das Verhältnis von bundesrepublikanischer und US-amerikanischer Holocaust-Erinnerung an der University of Pennsylvania promoviert, die 2020 unter dem Titel Holocaust-Angst im Wallstein Verlag erschien. Sein Buch Jenseits der Staatsräson. Erinnerung, Antisemitismus und der Nahostkonflikt in Deutschland kam im Sommer 2026 im Droemer Verlag heraus.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Instituts in Kooperation mit dem Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.

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Publikationen

Fritz Bauer Institut (Hrsg.)

Jahresbericht 2025

Forschung, Lehre, Publikationen, Veranstaltungen

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Fritz Bauer

Die Kriegsverbrecher vor Gericht

Mit einem Nachwort von Joachim Rückert

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